Open Science Gründungstreffen

February 7, 2013 in Event, Featured, Open Science

Die Open Knowledge Foundation Österreich lädt zusammen mit dem Open Science Projekt zu einem ersten Treffen rund um offene Wissenschaft in Österreich ein.

Am 25. Februar sind alle Open Science Interessierte zu einem ersten Vernetzungstreffen der neu gegründeten Open Science Local Group der OKFN Österreich eingeladen. Dies ist erst die vierte Gruppe die sich explizit mit der Befreiung von Wissenschaft und Forschung auseinandersetzt, neben so klingenden Namen wie der Oxford University oder das MIT.

Doch was ist Open Science?

Zentral geht es bei Open Science um die Wiederverwendbarkeit und Reproduzierbarkeit von Wissenschaft und Forschung durch die Befreiung von Wissen und schaffen eines transparenten Prozesses. Eine genaue Defintion darüber gibt es noch nicht, aber es haben sich innerhalb der Bewegung mitunter folgende Bereiche heraus kristalisiert:

  • Open Source: Verwenden freier Software
  • Open Data: Frei zur Verfügung stellen der Rohdaten wie auch der prozessierten Daten
  • Open Methodology / Open Notebook: Öffnung des wissenschaftlichen Prozesses durch Publizieren der Erfahrungen und Entscheidungen. Sozusagen das wissenschaftliche Tagebuch
  • Open Peer Review: Ein offener Peer Review Prozess
  • Open Access: Frei zugänglich machen der Publikationen und suche nach neuen Metriken für die Qualität von wiss. Arbeiten (#altmetrics)

Frei bedeutet auch hier, dass die Inhalte und Werke frei zugänglich, verwendbar, veränderbar und weiter verbreitbar sind.

Open Science goes Austria

Open Science ist im deutschsprachigem Raum noch weitgehend unbekannt, aber gewinnt auch hier zunehmend an Aufmerksamkeit und Bedeutung. Wichtige Akzente kommen aus den USA und Großbritannien, wo etwa der Mathematiker Tim Gowers zum Boykott von Elsevier aufgerufen hat und die britische Regierung innerhalb von 2 Jahren die gesamte öffentlich geförderte Wissenschaft unter Open Access stellen will. In Österreich wird vom FWF gerade die Etablierung von Open Access Journals in den Geistes- und Sozialwissenschaften gefördert.

Beim Treffen geht es um ein erstes Kennenlernen in lockerer Runde, um über den Status Quo in Österreich und über mögliche Entwicklungen der Local Group zu reden.
Es gibt auch schon eine erste Idee, sich mit der internationalen Community zu vernetzen und am OKFestivals 2013 in Genf einen Open Science Hackathon zu organisieren.

Open Science Vernetzungstreffen

Update: Es wird auch die Möglichkeit geben, sich via Google Hangout live zuzuschalten, falls wer nicht physisch vor Ort anwesend sein kann. Dazu am besten einen Kommentar mit Email verfassen, damit der Kontakt aufgenommen werden kann.

Links

Open Science Working Group @ OKNF
Open Science Project
The Cost of Knowledge
FWF Förderprogramm Open Access Journals in den Geistes- und Sozialwissenschaften
Guardian: Free access to British scientific research within two years

10 responses to Open Science Gründungstreffen

  1. Great to hear this!

    OKF Finland are also looking to setup a strong local open science community. If you want any help or advice please don’t hesitate to contact myself or Jenny Molloy or the wider OKF open-science mailing list.

    Best,

    Ross :)

  2. Würd gern wissen wie ihr die Punkte Open Source und Open Peer Review seht.

    * Soll eurer Meinung nach nur Open Source Software in der Forschung eingesetzt werden? Wohl nicht – aber was ist dann gemeint?

    * Viele Reviewprozesse von Journalen/Konferenzen werden laufend kritisiert, egal ob double blind oder nicht, ob mit Rebuttal und Author’s Advocate oder ohne. Eine allgemein beste Lösung hat wohl noch niemand gefunden. Der Kern des Problems ist vielleicht, dass es für’s Reviewing kein Geld gibt, lediglich einen weiteren Eintrag im erweiterten Lebenslauf. Was konkret schlägt die Open Science Plattform hier vor?

    Danke,
    r.

    • Eine gemeinsame Meinung gibt es (noch), da sich die Gruppe gerade erst formiert. Kann daher nur wiedergeben, was ich meine und wie ich es im öffentlichen Diskurs mitbekomme.

      1) Sollen ist ein schwieriges Wort. Sollen im Sinne von Pflicht nicht, aber wo es möglich ist, sollte Open Source gewählt werden um die Reproduzierbarkeit der gesamten Arbeit zu gewährleisten und da es als Entwicklungskonzept für wiss. Software auch sinnvoller erscheint. Aber zB Sourcecode kann man auch beim Benutzen von proprietärer Software offen legen.

      2) Das Thema Entgeltung und Reviewing ist ein sehr komplexes und hat dann auch oftmals mehr mit Politik und Wirtschaft zu tun als mit der wiss. Arbeit selber. Wie du ja angesprochen hast, die Qualität des aktuellen Prozesses wird ja in diversen Studien bereits jetzt stark angezweifelt.

      Es wird bereits stark daran geforscht, neue Metriken für die Qualität von Artikeln zu finden (Altmetrics). Dies ist ein wichtiger Schritt, aber wird alleine auch nicht die Lösung bringen.

      Die spannende Frage für mich ist, braucht es den Review Prozess überhaupt oder kann es auch anders gehen, wie Arxiv zB zeigt, aber auch die Open Source Bewegung? Braucht es diese 3 ExpertInnen, oder kann hier ein gestaffelter, offener Prozess nicht eine höhere Qualität erreichen? Die Möglichkeiten sind heute einfach ganz andere, als zu den Zeiten in denen der aktuelle Prozess als der bestmögliche eingeführt wurde, und darum sollte man einmal ganz neu über darüber nachdenken.

      Peer Reviewing und Impact Factor sind auf jeden Fall die beiden Schlüsselthemen, da dahinter die ökonomischen, existenziellen Fragen der WissenschaftlerInnen stehen. Hier müssen wahrscheinlich einzelnen wie Tim Gowers voran schreiten und den Weg für die Nächsten ebnen.

      Wie so oft geht es bei Open Science um das Machbare und einen Weg hin zu einer offenen Wissenschaft und Forschung. Dies wird sicher noch ein etwas längerer Weg, aber die Möglichkeiten sind da.

  3. Eure Initiative freut mich sehr.
    Möchte hier nur auf eine Begriffsunklarheit hinweisen, Open Source Software ist per Definiton noch keine Freie Software!
    Bin gespannt auf die nächsten Schritte.

  4. Ich würde auch gerne über das Hangout informiert werden

  5. Würd gern via Hangouts dabei sein!

  6. Ich hoffe es ist okay, wenn man später dazu stößt. 18 Uhr werde ich sicher nicht schaffen.

  7. Ich werde es leider auch nicht bis 18 Uhr schaffen, aber versuchen, später dazuzustoßen. Her noch ein paar Links ergänzend zum Open Science State-of-the-Art:

    Unser Paper zu Defintion und Instrumenten von Open Science

    Altmetrics Bewegung

    OpenWetWare – große Sammlung von Open Notebooks

  8. Link zum Hangout … ?

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