Woher stammen AsylwerberInnen, die nach Österreich fliehen? Das sagen die Daten

gutetaten icon
Hunderte Menschen sind innerhalb weniger Tage beim Versuch gestorben, Europa über das Mittelmeer zu erreichen und so Konflikten, Gewalt und Armut zu entfliehen. Es stellt sich die Frage, wie Österreich und Europa mit dem Flüchtlingsstrom in Richtung EU umgehen können und sollen.

Nur wenn auch die Daten zum Thema Asyl wirklich frei verfügbar sind lässt sich auch eine informierte öffentliche Debatte zu diesem Thema führen. Deshalb wäre es schön, wenn der nächste Asylbericht des Innenminsteriums (BMI) bereits mit maschinenlesbaren Daten veröffentlicht werden würde. Wir haben nun die Daten aus den Asylberichten des BMI der vergangenen Jahre befreit, die nur als PDFs veröffentlicht wurden. So möchten wir interessierten NutzerInnen das Analysieren und Weiterverarbeiten der Daten einfacher möglich machen.

2014 haben laut den Daten des BMI 28.027 Menschen in Österreich um Asyl angesucht. Die größte Gruppe kam aus Syrien (7.754), gefolgt von Afghanistan (5.070), Russland (1.996), dem Kosovo (1.901) und staatenlosen Menschen (1.285). Im Jänner und Februar 2015 haben mehr als 7.200 Menschen um Asyl angesucht, die meisten davon aus dem Kosovo (2.002), Syrien (1.573) und Afghanistan (1.045). Ein Klick auf das untere Bild öffnet die interaktive Grafik:

Aus welchen Ländern AsylwerberInnen kommen

Entscheidungen über Asylanträge

Im Jahr 2013 – das aktuellste Jahr, für das Daten verfügbar sind – haben 4.133 Menschen in Österreich Asyl erhalten, was jeder/m vierten AntragstellerIn entspricht. Details in den interaktiven Grafiken, die über einen Klick erreicht werden können:

LULIR (1)

 

JdXDVZugrundeliegender Datensatz zum Download: Asylentscheidungen 2002 bis 2013

Woher die Daten kommen

Das Inneninisterium veröffentlicht monatlich einen Bericht mit Daten zu in Österreich gestellten Asylanträgen, wobei dort nur die 15 Herkunftsländer mit den meisten AntragstellerInnen angeführt werden, alle anderen werden unter “sonstige” zusammengefasst. Das BMI veröffentlicht auch einen jährlichen Asylbericht, in dem alle gestellten Asylanträge nach Monat und Staatsbürgerschaft aufgelistet sind, und in dem aggregierte Statistiken zu entschiedenen Asylanträgen veröffentlicht werden. Die Monatsberichte werden offline genommen, wenn der entsprechende Jahresbericht veröffentlicht wird. Der letzte verfügbare Monatsbericht ist für den Februar 2015, der aktuellste Jahresbericht für 2013.

Der älteste online verfügbare Bericht ist aus dem Jahr 2002, und insbesondere in den früheren Jahren sind die Jahresberichte von wechselnder Granularität und enthalten unterschiedliche Informationen und Details, die nicht immer über die Jahre hinweg vergleichbar sind. Bis 2003 wurden Verfahren ausschliesslich nach Asylgesetz 1997 abgewickelt, ab 2004 nach dem Asylgesetz 2003, wobei in den Jahren 2004 und 2005 Verfahren unter beiden Gesetzen durchgeführt wurden – für die beiden Verfahrenstypen sind separate Daten verfügbar.

Freie Daten für eine informierte Asyl-Debatte

Die Asylberichte werden derzeit ausschliesslich als PDF-Dateien veröffentlicht. Wir haben die einzelnen Berichte durch eine kommerzielle OCR (optical character recognition) Software gejagt, die Daten dann nach bestem Wissen und Gewissen überprüft, gesäubert (etwa indem wir Begriffe und Namen vereinheitlicht und aggregierte Zwischensummen gelöscht haben) und die Daten dann aggregiert. Falls uns trotzdem ein Fehler durchgerutscht sein sollte, bitte melden – wir korrigieren ihn gerne. Am besten mit einem Issue auf GitHub.

Befreite Datensätze

Unsere befreiten Datensätze stehen auf GitHub zum Download.

Wir danken der Internet Foundation Austria (IPA) für die Unterstützung durch das Förderprogramm netidee.at.
Gutedaten powered by netidee

Bleib zu den Aktivitäten von Open Knowledge Österreich am Laufenden und melde dich für unseren Newsletter an!


8 thoughts on “Woher stammen AsylwerberInnen, die nach Österreich fliehen? Das sagen die Daten”

  1. Ich hätte in meinem Haus ein Zimmer, würde gern eine Flüchtlingsfamilie über den Winter aufnehmen, das heißt ca. 6 Monate lang.
    Zimmer heißt 16m² und sonst müssten Sie mein Haus mit mir benützen.
    Ideal wäre eine Familie mit max. einem Kind, es ginge mehr auch aber nicht wirklich zumutbar. Habe nur einen Bungalow Unterkellert mit 170m².
    Na, wie auch immer, wenn ihr wen findet der bei mir vorübergehend wohnen will,
    natürlich kostenlos dann bitte gerne.
    LG Joe

  2. Hallo zusammen,

    ich habe gerade gelesen, dass hier schon 2 Wohnraumangebote gemacht wurden und ich möchte euch auf unsere Wohnberatungsstellen aufmerksam machen. Unter dem oben angeführten Link findet ihr weitere Informationen sowie Kontaktdaten.
    Liebe Grüße und alles Gute
    Amina von der Wohnberatung Tirol

Kommentar verfassen